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Roland Schulz
Sachgebietsleiter Öffentlichkeitsarbeit
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Projektthemen der Junior Ranger


Das Junior Ranger-Programm der Naturwacht Brandenburg ist ein Bildungsan­gebot für nachhaltige Entwicklung.

Entsprechend werden in Rahmen von Junior Ranger-Projekten verschiedenste Themen aus den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie bearbeitet und in direkten Zusammenhang mit dem jeweiligen Schutzgebiet gebracht:

  • Arten- und Biotopschutz, typische Biotope,
  • Pflanzen, Tiere des Großschutzgebietes
  • Ökologische Kreisläufe wie z. B. Wasserkreislauf,
  • Nährstoffkreislauf, Bedeutung des Bodens erforschen
  • Ressourcen nutzen, schonen und schützen
  • Energienutzung, Energiegewinnung, alternative Energieformen
  • Gewässerschutz, Wassereinsparung, Wasserreserven
  • Müll, Müllverbrennung, Müllhandel und Entwicklungsländer
  • Gesunde Ernährung – gesunde Landschaft
  • Konsum und Lebensstile
  • Mit dem Ranger unterwegs, die Arbeit des Kollegen kennen lernen
  • Öffentlichkeits-, Medienarbeit, Führungen selbst organisieren
  • Das Großschutzgebiet als Modellregion für nachhaltige Entwicklung
  • Lebensraum Dorf für Mensch, Pflanze, Tier
  • Aktiv werden im Naturschutz
  • Naturerfahrungen sammeln, Natur beobachten
  • Von der Kultur- und Naturgeschichte zur Vision für Heimat und Dorf
  • Mit Phantasie, Spaß, Spiel und allen Sinnen Natur, Dorf und Region entdecken
  • Wo bin ich: Orientieren in der Natur
  • Erste Hilfe im Gelände
  • Phantasie und Kreativität, Kunst und Theater, basteln und bauen
  • Camps und Austausch mit anderen Junior Ranger-Gruppen
  • Wildnis und Überleben in ihr



Ein Leitfaden zur Gestaltung von Junior-Ranger Projekten und Umweltthemen

Selbstbestimmtes und projektorientiertes Lernen sind nachhaltige Lernmotoren für die Junior Ranger. In diesem Rahmen können Projekte zum Arten­schutz, der Reduzierung des Energieverbrauchs oder zu nachhaltigen Lebensweisen aus dem näheren Umfeld umgesetzt werden. Junior Ranger bearbeiten Fragestellungen stets unter mehreren Aspekten: So etwa aus ökologischer, sozialer oder ökonomischer Sicht. Nach eingehenden Recherchen und Diskussionen entscheiden sie über angemessenes nachhaltiges Han­deln. Dabei üben sie Fähigkeiten wie Probleme erkennen, Wissen erwerben, Handlungsmöglichkeiten entwickeln, Partner suchen und Projekte fachge­recht umzusetzen. Dies sind Grundla­gen, mit denen sie ihre Umwelt letztlich verantwortungsbewusst gestalten kön­nen. Einige besonders wichtige Punkte werden im Folgenden kurz erläutert:


Junior Ranger lernen in lebensrelevanten Situationen. Dabei widmen sie sich aktu­ellen globalen sowie lokalen Problemen.


Beispiel zum Thema Müll:

Im Wald wurde Müll gefunden. Das Thema Müll steht auf dem Programm. Was passiert damit? Die Junior Ranger informieren sich und telefonieren mit dem Ordnungsamt. Sie erfahren, was getan werden kann und welche Folgen das hat. Bei Bedarf werden Experten einbezogen.


Junior Ranger sind besonders mo­tiviert, wenn sie in Entscheidungs­prozesse einbezogen werden. Ihre Ideen, Erfahrungen und Themen­wünsche werden ernst genommen. Sie sammeln selbständig Informationen zu den Projekten.

Das erfordert beim Gruppenleiter gute moderierende Fähigkeiten. Sein Augenmerk liegt darauf, unterschiedliche Mei­nungen nicht zu nivellieren, sondern bei Konflikten nach gemeinsamen tragfähigen Lösungen zu suchen.
Junior Ranger lernen durch Projektarbeiten voraus­schauendes Denken. Konkret kann das heißen: Sie ent­wickeln in einer Ideenwerkstatt Visionen für ihr Dorf, ihr Schutzgebiet, oder die benachbarte Teichlandschaft. Sie diskutieren, welche Folgen bestimmte Aktionen nach sich ziehen könnten und üben so nachhaltiges Planen.
Ein entscheidender Schritt hierbei besteht darin, mögliche Veränderungen zu erkennen, zu benennen und gezielt zu beobachten.
Durch praktische Projekte können Junior Ranger Veränderungen selbst in Gang setzen. Dabei sollte der Gruppenleiter die Junior Ranger animieren, die Wirkung des eigenen Handelns über einen längeren Zeitraum zu beobachten und auszuwer­ten.
Auch kritische Fragen sind willkommen. Etwa: „Was heißt es denn, gut zu leben? Oder: „Was macht Lebensqualität aus?“ Hier sind Projekte zu Themen wie Kon­sum, Lebensstil sowie Ernährung hilfreich.

Beispiel zum Thema Streuobstwiese:
Anlage und Pflege einer Streuobstwiese sowie Monitoring der sich im Lau­fe der Zeit dort einstellenden Tier- und Pflanzenarten. Was passiert mit dem Obst? Verwertung und Vermarktung mit den Junior Rangern planen und be­darfsweise ein regionales Netzwerk aufbauen.

 

Beispiel zum Thema Ökologie:
Durch die Dokumentation der Planung, Fertigstellung und Weiterentwicklung des neu gestalteten Schulhofes lernen die Junior Ranger Projekte zu planen und Auswirkungen einzuschätzen. Kinder übernehmen Verantwortung. Etwa für das Anwachsen der Pflanzen, deren Pflege oder für das Werkzeug.


Beispiel zum Thema Patenschaften
:
Junior Ranger können eigenverantwortlich die Patenschaften für Bäche oder Alleen übernehmen und deren Entwicklung über viele Jahre dokumentieren.


Junior Ranger sind organischer Teil der lokalen Gemeinschaft. Dabei können sie etwa Patenschaften mit Schulen und Kindergärten eingehen und so am Bau dauer­haft tragfähiger Gemeinschaften mitwirken. Gelingendes nachhaltiges Handeln bedarf vieler Partner. Nachhaltigkeitsthemen wie Schutz der Ressourcen, ökologische Landbewirtschaftung oder energiespa­rende Bauten erfordern kompetente Partner, die in die Projektarbeit einbezogen werden. Konstruktiv sind Partnerschaften mit lokalen Akteuren der Region wie Interessengruppen für erneuerbare Energien, Naturschutzverbänden, landwirt­schaftlichen Betrieben, Kindergärten oder Schulen.
Die Kinder und Jugendlichen lernen, Prozesse in der Natur zu verstehen und zu achten. Sie erfahren den Wert von Gemeinschaft und übernehmen Verantwortung für sich und für andere.

Abenteuer- und Naturerlebnisspiele machen Spaß und unterstützen den Gruppen­zusammenhalt. Bewußtest Erleben, Trekkingtouren, im Freien übernachten, selbst gesammeltes Essen verzehren, das Überqueren eines Baches, etwas aus der Natur entnehmen, etwas zurückgeben, die Naturkreisläufe zwischen Mensch-Pflanze-Tier kennen lernen: All dies sind gute Beispiele für die Gestaltung der Projektar­beiten. Und Wetter und Klimawandel sind geeignete Themen, um Junior Rangern ein Gespür zu vermitteln, dass sie Teil einer nicht komplett beherrschbaren Natur sind.

Beispiel zum Thema Brandenburger Junior Ranger-Camp:
Für das jährliche Brandenburger Junior Ranger-Camp bereiten die Junior Ranger-Gruppen im Sinne von „Bildung für nachhaltige Entwick­lung“ eigenverantwortlich das zweitägige Programm vor. Sie überlegen sich Aktionen, die andere zum Mitmachen motivieren und organisieren dies selbständig. Die Gruppenleiter übergeben den Junior Rangern damit Verantwortung. Im Anschluss findet eine gemeinsame Auswertung statt.

 

Beispiel zum Thema Wasserprojekt:
Die Junior Ranger recherchieren selbständig und stellen ihre Ergebnisse der Gruppe vor. So kann etwa die Qualität der Gewässer am Heimatort über die Medien (Internet, Bibliothek, Wasserwirtschaftsamt, Zeitung...) gut ermittelt werden.


Junior Ranger sind weltoffen.

Der Gruppenleiter ermöglicht den Junior Rangern, auch mit kritischen Partnern des Schutzgebietes ins Gespräch zu kommen. Sie lernen deren Standpunkte und Probleme kennen und sind so in der Lage, sich ein umfassendes Meinungsbild zu verschaffen.

Beispiel zum Thema Rollenspiel:
In einem Plan- und Rollenspiel versetzen sich die Junior Ranger in die Lage der verschiedenen Akteure des Schutzgebietes. Ob Angler, Landwir­te, Jäger oder Politiker: Das Spiel bietet allen Teilnehmern die Möglich­keit, Argumente zu finden und auszutauschen.


Die Projekte sind so angelegt, dass Junior Ranger interdisziplinäres Arbeiten lernen. Jeder wird gebraucht. Jeder bringt sich entsprechend seiner persönlichen Fähigkeiten ein und kann sich ausprobieren. Allerdings muss das folgende Han­deln gut abgestimmt sein.

Beispiel zum Thema Schulhofprojekt:
In der Junior Ranger-Gruppe kümmert sich ein Teil um das Gestalten eines Plans für das neue Schulhofgelände, andere überlegen sich welche Pflanzen verwendet werden sollen, wieder andere helfen bei den prak­tischen Arbeiten. Um zum Ziel zu gelangen, müssen Sie ihre Arbeiten aufeinander abstimmen.


Besonderes wichtig ist im Rahmen des Junior Ranger-Programms das Überdenken des Gelernten. Die Ergebnisse des eigenen Handels werden hinterfragt und können so zu neuen Erkenntnissen und Handlungsweisen führen.

Beispiel zum Thema Übernachten im Wald:

Die Junior Ranger Gruppe will im Wald übernachten. Jeder darf drei Dinge mitnehmen. Was nehmen die Junior Ranger mit? Was braucht die Gruppe?
Die Kinder planen und diskutieren. Am Ende steht eine Mit­nahmeliste, die gemeinschaftlich entschieden wurde. Die Junior Ranger lernen, sich auf das Wichtigste zu beschränken und tauschen sich darüber aus, was der Eine oder Andere wirklich zum Leben benötigt.