Unser Faltblatt Findeltiere

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Roland Schulz
Sachgebietsleiter Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0331 / 97164-810
Fax 0331 / 97164-770
Mail: roland.schulz@naturwacht.de


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Findeltiere und verletzte Tiere - Wie helfen?

Wege bitte nicht verlassen. Wald und Wiesen sind mitunter große Kinderwiegen.

Liebe Freunde der Natur,

„Was tun, wenn ich einem scheinbar hilfsbedürftigen Tier begegne?“ Mit dieser Frage von Tier- und Naturfreunden werden die Ranger der Naturwacht Brandenburg, Förster, Tierärzte oder ehrenamtlich aktive Naturschützer häufig konfrontiert. Das ist auch gut so, wenn die Frage rechtzeitig gestellt wird und den „Rettern“ aus unwissender Tierliebe noch kein tödlicher Fehler unterlaufen ist.
Ganz am Rande: Die Natur ist so, wie sie ist. Und das Fressen und Gefressen werden rangiert dabei ganz oben unter den Gesetzen. Trotzdem ist es immer gut, wenn Menschen mit dem notwendigen Hintergrundwissen Wildtiere retten.
Gewusst wie eben. Und behutsam: Auch wenn bei den Großsäugern die Tollwut im Land aktuell nicht auftritt, ist ein neuer Ausbruch jederzeit möglich. Gewusst wie heißt auch, Fledermäuse keinesfalls berühren. Große Arten können in höchster Bedrängnis spürbar zubeißen und in sehr seltenen Fällen Tollwut übertragen.
Wir brandenburgischen Ranger haben hier nun erstmals unsere Tipps im Umgang mit „Findelkindern“ und verletzten Wildtieren zusammengestellt. Damit wollen wir Tierfreunden den richtigen Umgang mit Wildtieren erleichtern.

Was tun, wenn ich ein scheinbar hilfsbedürftiges Tier finde? Das oberste Gebot lautet: Finger weg, Abstand halten, kurz beobachten und nachdenken.


Abstand halten - auch wenn es schwer fällt.

„Sind die süß“: Hase, Rehkitz, Fuchswelpe …

Bereits im ausgehenden März verwandeln sich Wald und Flur in große Kindergärten. Bei Begegnungen mit jungen Säugetieren ist das Handeln einfach: Finger weg, möglichst großen Abstand halten und in aller Ruhe weitergehen. Denn die Mütter der Bambis und Häschen sind in aller Regel nah. Sollte bei ihrer Rückkehr der Geruch einer auch nur kurz streichelnden Menschenhand auf dem Fell haften, bedeutet das unweigerlich das Todesurteil für die kleinen Pelztiere. Wenn Menschen nahe an Jungtiere herangehen, kann das Mütter abschrecken sowie Beutegreifer anlocken.


Amsel, Drossel, Fink und Star …

Wenn das Nest aus allen Nähten platzt, füttern die Eltern ihren Nachwuchs auch außerhalb.

Bei Jungvögeln ist es wie bei den Säugetieren: bitte nicht berühren. Die meisten Jungvögel rufen, weil sie Hunger haben. Und auch, wenn sie verlassen scheinen, nur keine Sorge: Die besorgten Eltern füttern ihren Nachwuchs außerhalb des Nestes, wenn der erste flatterige Flugstunden unternimmt.
Gerade junge Amseln und Drosseln verlassen das viel zu eng gewordene Nest vor der Flugzeit. Wenn Menschen dem kleinen Federball allerdings zu nahe kommen, dann wagen sich die Eltern nicht an den Nachwuchs heran. Falls nötig, einfach die Katze zwei Tage im Haus lassen.
Sitzen Jungvögel an Straßenrändern oder ähnlichen Gefahrenorten, dann 10 bis 15 Meter forttragen und auf einen sicheren Ast setzen. Anders verhält es sich bei kleinen Nestlingen, die kaum befiedert aus dem Nest gefallen sind und wohlauf scheinen: am besten eine Leiter geholt, sicher angestellt und zurück ins Nest gesetzt. Wenn mehrere Nester benachbart sind, können Sie das Jungtier in ein Nest mit möglichst vergleichbar großen Vogelkindern setzen. Die Eltern zählen ihre Sprösslinge nicht und hungrig aufgesperrte Schnäbel wirken unwiderstehlich.
Und wenn ein Jungvogel offensichtlich ein Waisenkind ist? Dann gibt es in aller Regel keine Hilfe und guter Rat ist teuer.

Informationen unter:

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Adler, Eule, Greif und Storch …

Vorsicht vor kräftigen Krallen und starken Schnäbeln.

Sollten Sie einem verletzten großen Vogel begegnen, dann informieren Sie bitte unverzüglich die Unteren Naturschutzbehörden, die in jedem Landkreis zur Kreisverwaltung gehören. In meist ehrenamtlich auf Spendenbasis betriebenen Wildtierpflegestationen versuchen Fachleute alles, um die Vögel aufzupäppeln und auszuwildern.


Herbst ist Igelzeit

Ob das über den Winter reichen wird?

Wer Igel schützen will, der sollte einen naturnahen Garten mit Obstbäumen, Hecken und Unterschlupfen wie Laub- und Reisighaufen schaffen. Dass Igel Äpfel auf ihrem Stachelkleid in ihre Verstecke tragen, ist eine Mär. An dem herunter gefallenen Obst laben sich aber Schnecken, Würmer und Insekten und die wiederum locken magisch Igel an. Was also tun, wenn ich im Herbst einen klitzekleinen Igel finde? Zuerst einen Blick auf die folgende Tabelle werfen und im Zweifelsfall den Igel auf eine Waage setzen. Igel sind hilfsbedürftig, wenn sie

Ende September weniger als 200 g

Mitte Oktober weniger als 300 g

Ende Oktober weniger als 400 g

Mitte November weniger als 500 g wiegen.

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Herzfrequenz senken und Tieeefffschlaf.

Katzenfutter ist bestens für Leichgewichte geeignet. Aber bitte: Geben Sie dem Igel niemals Milch, das kann ihn umbringen. Zudem mögen und vertragen sie hartgekochte Eier, Rührei und gekochtes Geflügelfleisch. Als verdauungsfördernde Ballaststoffe dienen Weizenkleie sowie Haferflocken.
Igel, die verletzt oder bei Frost aktiv sind, gehören in die Hände von Fachleuten. Beachten Sie beim Kontakt mit den Stacheltieren, dass diese häufig stark von Parasiten wie Zecken befallen sind. Am besten feste Bauhandschuhe anziehen.

Weitere Informationen finden Sie bei:

  • Verein pro Igel e.V. (www.pro-igel.de)
  • Arbeitskreis Igelschutz e.V. Berlin (Tel.: 030-40 49 251, www.igelschutzberlin.de)
  • Tierschutzvereinen oder Tierärzten vor Ort


Hilfe für verletzte Tiere am Straßenrand

Täglich kommen unzählige Tiere unter die Räder. (Foto: Silvia Zimmermann)

Unsere ungebändigte Mobilität fordert ständig Opfer. Sollten Sie ein verletztes oder augenscheinlich hilfloses Tier am Straßenrand entdecken,  wenden Sie sich an den zuständigen Jäger, an das nächste Forstamt oder einfach an die Polizei. So können diese Tiere von ihrer Qual erlöst werden. Sollten Sie einen großen Vogel benommen im näheren Straßenumfeld sehen, kann dies ein abweichendes Verhalten erfordern. Diese großen Vögel, meist Beutegreifer wie Eulen, Adler, Bussarde, Falken oder ähnliche Greife, werden auf der Suche nach überfahrenen Tieren gelegentlich selbst vom Sog eines Lkw erfasst und auf den Boden gerissen. Dort sitzen sie eine Weile benommen und fliegen dann im besten Fall weiter.


Ranger Uwe Albrecht hilft beherzt einem verletzten Seeadler.

Aber: Hier ist doppelte Vorsicht geboten. Sollten Sie anhalten, um die Situation einschätzen zu können, achten Sie auf den Verkehr. Und wenn Sie aussteigen und Lederhandschuhe anziehen oder eine Decke als Greifschutz verwenden, beachten Sie, dass die Schnäbel und Krallen großer Vögel in vermeintlicher Notwehr zu wirksamen Waffen werden. Auch hier sind die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise sowie ehrenamtliche Wildtierstationen Ihre Ansprechpartner.

Fotos: Ranger der Naturwacht

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