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Roland Schulz
Sachgebietsleiter Öffentlichkeitsarbeit
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Der Regenwettergott hatte ein Einsehen und so kamen mehr als 300 Menschen in den Genuss der tier-, duft- und geräuschreichen Nacht. Es war ein anderes Erleben als in der Stadtnacht. Grillen, Astknacksen oder aufgeschrecktes Weghuschen gibt es in Menschensiedlungen auch. Klar, auch die Sterne stehen am Himmel. Und unbestritten, wenn die Geißblätter oder die Götterbaumblüten duften, dann sind auch die Citygärten wunderbar angehaucht. Doch halt: Sterne leuchten abseits der Metropolen heller, Grillen grillen in stiller Nacht anmutiger und die Geräusche in fremden Umfeld, möglichst ohne Taschenlampe,die ungewohnten fremden Geräusche bringen schon das eine oder andere Nackenhaar in die Höhe.
SCHööön. Eintauchen in eine fremde Welt und merken, welche Wunder sie birgt. Kleine Fledermäuse vorsichtig aus den Fangnetzten entfernen, tief in die Augen sehen, vermessen, bestimmen und wieder in die Freiheit entlassen. Und beim Gang durchs taureiche Gras, Halt, STOPP, einer Blindschleiche den Vortritt?, die Vorfahrt lassen. Einzelne Grünfrösche quacken noch und dann natürlich der Duftgarten. Einige Pflanzen öffnen ihre exklusiven Duftporen nur nachts. Exklusiv, da außer Nachtschmetterlingen keine Gäste eingelassen werden. Clubcharakter eben. Türsteher überflüssig, nur wer nachts aktiv ist und mit seinem langen Saugrüssel jeder Blüte auf den Grund fühlen kann, ist dabei. Nachtschwärmer lieben Nachtkerzen, leckeres Lemonaroma. Nachteulen sind vielfältig, meist kräftig und gerne bunt. Der mittlere Weinschwärmer schießt mit seinem satt gelbroten Gewand den Vogel ab. Naja, bevor ich selbst ins Schwärmen komme zurück in die Nacht. Habe ich geschrieben, der Regenwettergott war gnädig? Fast immer jedenfalls.
Nicht im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Die zuständige gut vorbereitete Rangerin schreibt:
" Die Lange Nacht ist bei uns einem nicht enden wollenden Gewitter zum Opfer gefallen. Nein, so schlimm war es auch nicht. 28 Gäste hatten wir, der Vortrag ist sehr gut gelaufen, die Leute hatten viele Fragen, das hat Spaß gemacht. Im Gewitter hat sich dann leider nur ein Grünspecht im Netz verfangen, unbeschadet, zuvor interessiert beäugt, besonders von den Kindern, wurde er wieder in die Freiheit entlassen. Fledermäuse hatten wir leider nur im Detektor, sahen auch 1, 2 fliegen, aber das war es auch. Bei sintflutartigem Regen haben wir schließlich doch aufgeben müssen. Dafür gab es eine ausführliche Speicherbesichtigung und siehe da, an dessen Decke präsentierte sich ein Graues Langohr. Wenigstens. Die Leute hatten Humor und bei Nacht in einem alten Schlosspark, stockdunkel, zuckende Blitze rund herum, Donnergrollen, brechende Äste…, das hat auch was." Apropos "Was", Sie haben die lange Naturwacht-Nachtverpaßt. Na, dann freuen Sie sich doch einfach auf die 4. Lange Nacht der Ranger in den 15 Großschutzgebieten Brandenburgs am 27. und 28. Juli 2012. Wie gewohnt: Dem letzten langen Ferienwochenende im Land des roten Adlers!